Presse

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In der Brandwacht ist im Januar 2013 ein Bericht über unsere Kinderfeuerwehr Bayernweit erschienen:

Bericht Brandwacht

Auf der Homepage der Jugendfeuerwehr Bayern erschien folgender Artikel:

16 Kreuzberger Mädel und Buben brennen darauf Feuerwehrleute zu werden

Donnerstag, 22. März 2012

Kinderfeuerwehr im Landkreis Freyung-Grafenau gegründet

Am 12.03.2011 hat die Vorstandschaft der Freiwilligen Feuerwehr Kreuzberg den Grundstein gelegt für die Gründung einer Kinderfeuerwehr. Bei der ersten Informationsveranstaltung im Frühjahr sind daraufhin 16 Mädchen und Buben auf einen Streich ins Gerätehaus gekommen, mit dem Ziel: „wir möchten zur Feuerwehr!“ Nun haben die Verantwortlichen den ersten richtigen Aktionstag für ihre jüngsten Mitglieder veranstaltet – mit riesigem Erfolg.

Jugendarbeit ist existenziell wichtig für das Bestehen der Vereine. Das hat auch die Feuerwehr Kreuzberg erkannt und mit einer Satzungsänderung die Möglichkeit geschaffen, dass Kinder schon ab einem Jahr dem Verein beitreten können. Hintergrund dieser Änderung war der Gedanke: „wann findet Vereinsbindung statt?“ Um den Schuleintritt herum entscheidet es sich meist, zu welchem Verein ein Kind geht und auch bleibt. Die Feuerwehren hatten dabei bisher oft das Nachsehen, denn mit 12 Jahren (bisher das Mindestalter, um zur Feuerwehr gehen zu können), waren viele schon in Vereinen integriert. Darum war die Herabsetzung des Eintrittsalters dringend nötig und Franz Sammer meinte dazu: „Es ist Zeit geworden, dass sich da was ändert. Sportvereine und Musikkapellen tun sich da viel leichter als die Feuerwehr, die haben viel mehr Möglichkeiten, Interessantes für Kinder zu bieten. Für die Feuerwehr ist das schwieriger, denn am aktiven Dienst können unter 12-jährige ja natürlich nicht teilnehmen, vieles ist auch nicht ungefährlich. Es ist gut, wenn nun diese Kinderfeuerwehren kommen“

In anderen Gebieten Deutschlands wird übrigens die „Kinder- oder Bambinifeuerwehr“ wie sie genannt schon länger praktiziert, während diese Entwicklung in Bayern noch in den Kinderschuhen steckt. Nur wenige Feuerwehren beschäftigen sich bisher mit diesem Thema, z.B. die Feuerwehr Klafferstrass, die im Juni offiziell ihre Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen hat (die PNP berichtete).

Nachdem in Kreuzberg nun die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen waren, wurden die Eltern zur ersten Informationsveranstaltung eingeladen, mit durchschlagendem Erfolg. Als wenn sie darauf gewartet hätten, sind Anfang April sind sage und schreibe vier Mädchen und zwölf Buben mit ihren Eltern ins Gerätehaus gekommen und geschlossen in den Feuerwehrverein eingetreten. Mit der verantwortungsvollen Aufgabe der Betreuung wurde Sabrina Meindl beauftragt. Ihr zur Seite steht Patrick Praml, denn für diese große Gruppe braucht man schon Verstärkung! Die beiden sind sich ihrer großen Verantwortung voll bewusst und wissen, dass pädagogisches Geschick und viel Einfühlungsvermögen wichtig ist, um die Gruppe zusammen zu halten. Und – Phantasie ist gefragt, die Mädels und Jungs wollen schließlich beschäftigt werden.

Die Mitgliederzahl der Feuerwehr hat damit laut Kommandant, Lothar Ilg, von knapp über 150 einen regelrechten Sprung auf ganze 180 Mitglieder gemacht, wie er erfreut berichtet. Auch Vorstand Manfred Lenz meinte stolz: „So eine große Kindergruppe ist bestimmt einmalig im ganzen Landkreis Freyung-Grafenau!“

Ihre ersten Auftritte hatte die „Kinderfeuerwehrmannschaft!“ auch schon: Beim Maibaumaufstellen, dem Festzug beim Freyunger Volksfest und beim Lindenfest haben sie sich bereits stolz mit ihrer einheitlicher Kleidung, schwarzes T-Shirt und Kappe präsentiert. Diese „erste Uniform“ hat selbstverständlich der Verein kostenlos zur Verfügung gestellt.

Nun hat erstmals ein größerer Aktionstag stattgefunden. Vorstand Manfred Lenz, Kommandant Lothar Ilg, Fahnenmutter Hannelore Blöchl und viele Eltern waren gekommen, um sich von der Freude und dem Eifer der jüngsten Feuerwehrler zu überzeugen.

Brandschutzerziehung war das Thema des Tages:

Pünktlich um 10 Uhr waren alle am Feuerwehrgerätehaus versammelt um von da aus, wie die Großen, mit dem Feuerwehrauto zum „Übungsplatz“ zu fahren. Dort erwartete sie schon Franz Sammer, mit seiner Gerätschaft. Er hat gerne die Aufgabe übernommen und für die jungen Kreuzberger eine Feuerlöscherschulung, sowie Vorführungen mit Fett- und Spraydosenexplosionen vorbereitet. Aus Überzeugung für die Feuerwehrarbeit macht der engagierte ehemalige Kommandant der Feuerwehr Herzogsreut (29 Jahre war er im Amt) in seiner Freizeit kostenlos Brandschutzschulungen für Schulen und Betriebe.

Mit Fragen wie: „was gibt’s denn für Feuerlöscher und wer hat schon mal mit einem Feuerlöscher hantiert“ hatte Sammer die Aufmerksamkeit der Kinder schnell geweckt und neugierig folgten sie seinen Ausführungen.

Die Zuschauer waren überrascht vom umfangreichen Wissen, das die Mädels und Buben schon hatten, denn auf die Frage: „was gibt’s denn für Feuerlöscher?“, kam wie aus der Pistole geschossen: „Feuerlöscher mit Schaum“. Auch was zu tun ist, wenn mal Öl oder Fett anfängt zu brennen, wussten die meisten – und: „Schnell einen Deckel drauf tun!“ oder „Eine Decke draufschmeißen!“ waren die absolut richtigen Antworten.

Kindgerecht erklärte der ehemalige Feuerwehrkommandant wofür man Pulver- Wasser- oder Schaumlöscher verwendet und was dabei jeweils zu beachten ist. Auch auf die Notwendigkeit eines Rauchmelder ging er ein und auf seine Frage, warum ist ein Rauchmelder so wichtig ist, rief einer der angehenden Feuerwehrprofis prompt: „Wenn da Rauchmelder piepst wacht ma auf und weiß, dass es raucht oder brennt. Dann muss ma nicht ersticken.“ Eine Antwort, wie aus dem Lehrbuch.

Anschließend ließ Sammer eine Spraydose explodieren und warnte die Kinder auch gleich: „Da seht ihr, was passiert, wenn man mal aus Jux eine Dose ins Lagerfeuer wirft“ Schließlich kam der Höhepunkt der Vorführung, die Fettexplosion. In einem stabilen Metallgefäß wurde Öl erhitzt bis es brannte und Sammer betonte: „Fett darf man auf keinen Fall mit Wasser löschen, sonst passiert das:“ und goss nur ein wenig Wasser in das brennende Öl. Die Wirkung war enorm: eine riesige Feuerwalze schoss in den Himmel und trotz Sicherheitsabstand spürten alle die Hitze. Das hatten die Buben und Mädels nicht erwartet und suchten erschrocken „Deckung“ hinter dem Feuerwehrauto. – Diese sechzehn wissen jetzt was passiert, wenn in der Küche mal ein Fettbrand entsteht und man falsch löschen würde und Sammer meinte eindringlich: „Ich sag Euch: Ihr seid jetzt Feuerwehrleute, machts des blos ned nach!“ Beim Feuerlöschertest durften schließlich alle „Probelöschen“ und hüllten den Übungsplatz in dichte weiße Wolken.

Zum krönenden Abschluss war dann noch „löschen live“ angesagt und Jeder der wollte, durfte die Rauch- und Pulverschwaden mit Wasser bekämpfen. Da fühlten sie sich wie „richtige Feuerwehrleute“ und fachmännisch meinte einer der Eifrigen: „so, jetzt noch den Druck ablassen“ und dann kann der Schlauch wieder eingerollt werden. Nachdem alles aufgeräumt war, ging’s mit dem Feuerwehrauto wieder zurück ins Dorf, wo sich alle mit gegrilltem Fleisch und Würstlsemmeln stärken konnten.

Bei dieser Ergeiz und Eifer kann die Feuerwehr Kreuzberg getrost in die Zukunft schauen. Denn von dieser großen Gruppe werden sicher einige mit 12 Jahren zur Jugendfeuerwehr wechseln und dann an den offiziellen Leistungsübungen für die Jungend teilnehmen. Gespannt ist die Vorstandschaft, wieviele genug Ausdauer haben werden, dann mit achtzehn immer noch dabei sind, um schließlich in die „richtige Feuerwehr“ aufgenommen zu werden. Bis dahin sind die Mädchen und Jungs übrigens noch beitragsfrei, wie Vorstand Manfred Lenz betont.

Am Ende dieses aufregenden Tages konnten sie sich schließlich nicht entscheiden, was an diesem ersten Aktionstag das Tollste war: Die Fahrt im Feuerwehrauto, die Fettexplosion oder das Löschen mit dem Pulverlöscher. Auf alle Fälle waren alle hellauf begeistert und dieser Tag ist gewiß ein guter Auftakt für ein Leben mit und für die Feuerwehr gewesen.

Drei Fragen an die beiden „Kinderbeauftragten“ Sabrina und Patrick:

Gibt’s jetzt in Kreuzberg quasi eine Familienfeuerwehr Vater, Mutter, Kinder und sind alle Altersgruppen vertreten?

„Nur 3 stammen aus traditionellen „Feuerwehrfamilien“. Wir haben zwei Zwillingspärchen und zwei Geschwisterpaare, das ist dann schon die Hälfte der ganzen Mannschaft. Ja von 6 bis 12 Jahren ist jeder Jahrgang vertreten. Der jüngste ist Philip Rehberger mit 6 Jahren und einer ist fast zwölf und wechselt nächstes Jahr schon zur Jugendfeuerwehr“

Wie war der Tag mit der ersten Informationsveranstaltung?

„Das war Anfang April: Es war, wie wenn alle darauf gewartet hätten, wir sind regelrecht überrumpelt worden. Wir haben gedacht, drei oder vier werden schon kommen – und sie sind in Scharen gekommen. Im nu war das ganze Feuerwehrhaus voll: sechzehn Kinder mit Eltern!“

Was ist für die nächste Zeit geplant?

„Vier mal im Jahr sind jetzt mal Aktionen geplant und dann werden wir auch noch Ausflüge machen, z. B. ein Besuch in einem Erlebnispark. Damit sie einen Eindruck von der Feuerwehrarbeit bekommen schauen wir uns auch das Brandübungsgelände in Osterhofen an. Da werden auch die Eltern mitkommen, denn alle haben ihre Unterstützung angeboten und werden z.B. als „Aufsicht“ bei den Ausflügen mitfahren.“

 

Text und Bilder: Margit Poxleitner